Geschichte

Mitte der 1920er-Jahre wuch­sen die Mit­glie­der­zah­len der Bonner Kor­po­ra­tio­nen so stark an, dass man 1926 auf der Car­tell­ver­samm­lung den Antrag stell­te, eine siebte Ver­bin­dung in Bonn zu geneh­mi­gen. Die K.D.St.V. Borus­so-West­fa­lia wurde am 16. Novem­ber 1927 von der K.D.St.V. Alania Bonn und der K.D.St.V. Bava­ria Bonn unter dem Namen Borus­so-Guest­pha­lia gegrün­det. Damit wurden die preu­ßi­schen Pro­vin­zen Rhein­land und West­fa­len in direk­ten Zusam­men­hang gestellt, 19 Jahre bevor das heu­ti­ge Land Nord­rhein-West­fa­len ent­stand. Anfang Dezem­ber fanden die fei­er­li­chen Publi­ka­ti­ons­fei­ern mit einem Pon­ti­fi­kal­amt in der Müns­ter­ba­si­li­ka und einem Kom­mers in der Beet­ho­ven­hal­le statt. Seit diesem Jahr ist sie auch Mit­glied im Car­tell­ver­band, der­zeit mit der Ord­nungs­num­mer 85. Nach Bean­stan­dun­gen des Corps Guest­pha­lia zu Bonn, das die glei­chen Farben in umge­kehr­ter Rei­hen­fol­ge trug, änder­te die neue Ver­bin­dung ihren Namen in Borus­so-West­fa­lia und die mitt­le­re Farbe von Weiß in Silber; außer­dem fügte sie eine silber-schwar­ze Per­kus­si­on hinzu.

Im Win­ter­se­mes­ter 1933/34 gab es auf dem Bonner Markt­platz eine Schlä­ge­rei zwi­schen Geg­nern und Anhän­gern des Natio­nal­so­zia­lis­mus. Da unter den Geg­nern Mit­glie­der der Borus­so-West­fa­lia waren, wurden diese von Repres­sa­li­en des NS-Regimes getrof­fen. Ein sehr bekann­ter Borus­so-West­fa­le (Grün­dungs­mit­glied) war Franz Vir­nich, der als Anfüh­rer der Nazi­geg­ner in einem der zahl­rei­chen Arbeits­la­ger umkam. Dies führte zum Ende der Kor­po­ra­ti­on, ein Jahr bevor sich der gesam­te Dach­ver­band auf­lös­te, um sich nicht der NS-Gleich­schal­tung zu beugen. Ein­zel­ne Mit­glie­der hiel­ten jedoch inner­halb eines Ehe­ma­li­gen­ver­eins wei­ter­hin Kon­takt und wie­der­be­grün­de­ten die Borus­so-West­fa­lia am 24. Mai 1948.

Auch an Borus­so-West­fa­lia zogen die 1960er Jahre, was die Mit­glie­der­zah­len angeht, nicht spur­los vorbei. Den­noch war die Akti­vi­tät bei B-W! immer schon etwas Beson­de­res und vor allem durch das Prin­zip Amici­tia geprägt. Dass B-W! die kri­tischs­ten Jahre nicht nur über­stand, son­dern sogar eine Paten­schaft für eine Pen­nä­ler­ver­bin­dung über­nahm, zeigt sich im bei­spiel­lo­sen Ein­satz von Bbr. Horst Hin­kel­mann, der unsere Toch­ter­ver­bin­dung die GV Gau­dea­mus zu Mül­heim an der Ruhr am 22.08. 1978 grün­de­te.